Silvester – der Albtraum aller Hunde?

Nein, nicht unbedingt. Das ist erst einmal die gute Nachricht. Es gibt sehr viele Hunde, die mit der Knallerei überhaupt kein Problem haben.
Aus vielen anderen Bereichen wissen wir aber, dass Stimmungen vorgegeben werden können.
Spiegelneuronen können bei Menschen nachweislich Verhaltensanpassungen bewirken. Doch wie ist das bei Hunden?
Ist es wirklich so einfach, eben mal entspannt zu bleiben und schon hat unser Hund keinen Stress? Nein, ganz so einfach ist es tatsächlich nicht. Doch was können wir tun, damit Silvester wirklich nicht zum Albtraum wird?

Zu erst einmal sollten wir 2 Typen von Hunden unterscheiden. Die einen, die einfach kein Problem mit akustischen Umweltreizen haben und die anderen, die eher unsicher bis ängstlich darauf reagieren.

Gehen wir von einem umweltsicheren Hund aus, so besteht kein Handlungsbedarf. Bei einem umweltsicheren Hund reicht es tatsächlich aus, die Stimmung vorzugeben. Reagieren wir mit Freude und Spaß auf das Feuerwerk, wird auch unser Hund keine Ängste entwickeln. Mache ich mir aber zu viele Gedanken und grüble nach, wie ich unseren Vierbeiner am besten vorbereiten kann und was ich so alles tun kann, damit er auf keinen Fall Angst bekommt, dann kann man davon
ausgeben, dass er diese Stresstimmung annimmt und im schlechtesten Fall ebenfalls gestresst ist, wenn die Knallerei beginnt.

Im Umkehrschluss könnte man jetzt natürlich annehmen, dass ein ängstlicher Hund völlig stressfrei reagiert, wenn seine Menschen tatsächlich in Partylaune sind oder vorgeben, in Feierlaune und entspannt zu sein.
Dem ist leider nicht so. Zum einen kennen wir keinen Menschen, der einen Hund derart täuschen kann - der menschliche Geruch verrät dem Vierbeiner, dass  Mensch „nur so tut, als ob“ . Zum anderen wird die eigene gute Laune alleine nicht ausreichen, um den Hund zu entspannen.

Ein Hund wird sich aber bei einer intakten Mensch-Hund Beziehung an seinem entspannten Zweibeiner orientieren und selbst deutlich ruhiger und entspannter sein, als dies für ihn bei einem gestressten Menschen möglich ist.

Ein unsicherer Hund zeigt Anzeichen von Stress wie zum Beispiel Schnauzlecken, Gähnen, Rute einklemmen, sich verkriechen, Ohren anlegen, Buckelhaltung u.s.w. Bitte beachten Sie, dass wir hier keine komplette Abhandlung über körpersprachliche Signale machen können, sonder lediglich ein paar Ausdruckssignale benennen, die aber unbedingt im Zusammenhang bewertet werden sollten. Gähnen zum Beispiel ist nicht zwangsläufig ein Stresszeichen, sondern kann als solches gewertet werden.
Einem unsicheren Hund kann es schon helfen, wenn man ihm Nähe und Körperkontakt anbietet. Wenn Sie Ihren Hund jetzt auch noch vom Kopf bis zum Hinterteil langsam streicheln, wird dieses Streicheln ein Hormon auslösen, welche als Gegenspieler zu den Stresshormonen (Adrenalin, Noadrenalin und Cortisol) wirkt. Es ist das sogenannte „Bindungshormon“ Oxytocin. Trösten kann aber schon wieder kontraproduktiv sein. Beim Trösten wird eine Stimmung vorgegeben, die dem Hund mitteilt, dass die ganze Knallerei wirklich sehr schlimm ist. „Wenn mein Mensch schon so im Stress ist, dann wird das wohl tatsächlich ganz schlimm sein.“

Schliessen von Fenstern und Türen und eine angenehme Geräuschkulisse (zB. ruhige Musik) helfen ihrem Hund, die Knallgeräusche nicht so deutlich wahrzzunehmen.

Bitte führen Sie Hunde, die auf Silvesterknallerei panisch reagieren, an den Tagen um Silvester an der Leine. Bieten Sie ihrem Hund souveräne Führung und Sicherheit. Zur Unterstützung können Sie ihm auch noch Bachblüten geben. Idealerweise arbeiten Sie mit in dem Fall mit einer Heilpraktikerin o.Ä. zusammen. Kurzfristig können aber auch Rescuetropfen schon ganz hilfreich sein.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Vierbeinern einen stressfreien und guten Rutsch
ins neue Jahr.

Das Team der Hundeschule Fürth